Niacin: Vom Maisfeld zum Vitamin B3
Im 18. Jahrhundert tauchte in Spanien eine Krankheit auf, die dem Mais folgte. Wie daraus Vitamin B3 wurde und wie Niacin heute auf Etiketten steht.
Die Geschichte von Niacin beginnt nicht im Labor, sondern auf dem Acker. Sie folgt einer Pflanze, die nach 1492 aus Amerika nach Europa kam und sich dort schneller verbreitete als das Wissen, wie man sie zubereitet: dem Mais.
1735: Eine Krankheit mit Namen
Der spanische Arzt Gaspar Casal beschrieb 1735 in Asturien eine Krankheit, die er „mal de la rosa“ nannte. Sie traf arme Landarbeiter, deren Kost fast nur aus Maisbrei bestand. In Norditalien bekam dieselbe Krankheit wenig später ihren heute gebräuchlichen Namen: Pellagra, von „pelle agra“, raue Haut. Im 19. Jahrhundert breitete sie sich überall dort aus, wo Mais zum Hauptnahrungsmittel geworden war.
1867: Ein Stoff aus dem Tabak
Unabhängig davon stellten Chemiker 1867 eine neue Säure her, indem sie Nikotin oxidierten. Sie nannten sie Nicotinsäure. Mit Ernährung brachte sie damals niemand in Verbindung.
1915: Ein Versuch in Mississippi
In den Südstaaten der USA war Pellagra Anfang des 20. Jahrhunderts weit verbreitet, und die meisten Fachleute hielten sie für eine Infektion. Der Arzt Joseph Goldberger vom US-Gesundheitsdienst sah das anders. 1915 ließ er auf einer Gefängnisfarm in Mississippi freiwillige Häftlinge über Monate einseitig ernähren, vor allem mit Maismehl, Maisgrieß und Sirup. Mehrere erkrankten an Pellagra. Damit war gezeigt, dass die Ursache in der Kost lag. Welcher Stoff fehlte, blieb offen.
1937: Die Antwort aus Wisconsin
Die Lösung fand Conrad Elvehjem an der Universität von Wisconsin. Er arbeitete mit Hunden, die an der „Schwarzzunge“ litten, einer Pellagra ähnlichen Krankheit, und isolierte aus tierischem Gewebe den fehlenden Stoff. Es war die längst bekannte Nicotinsäure.
1942: Ein neuer Name
Als Nicotinsäure nun Mehl und Brot zugesetzt werden sollte, störte der Name. Niemand sollte glauben, im Brot stecke Tabak. So entstand das Kunstwort Niacin, aus nicotinic acid vitamin. Es wurde zum Oberbegriff für Nicotinsäure und ihre Amidform, das Nicotinamid.
Und der Mais?
In Mittelamerika, wo der Mais herkommt, war Pellagra lange kaum bekannt. Dort wurde Mais seit Jahrtausenden vor dem Mahlen in Kalkwasser gekocht, ein Verfahren namens Nixtamalisierung. Dabei wird das im Korn gebundene Niacin freigesetzt. Mit der Pflanze war das Verfahren nicht nach Europa gekommen.
Niacin auf dem Etikett heute
In Zutatenlisten steht Niacin meist als Nicotinamid oder Niacinamid, zwei Namen für dieselbe Verbindung. In der Tabelle heißt es Niacin oder Vitamin B3, der Referenzwert liegt bei 16 mg. Für Niacin sind sechs Angaben zugelassen, darunter diese:*
- Niacin trägt zu einem normalen Energiestoffwechsel bei.
- Niacin trägt zur Verringerung von Müdigkeit und Ermüdung bei.
Bei BIOMPLEX steht Niacin in diesen Tabellen:
- Multivitamin Kapseln A–Z – 1 Kapsel: 16 mg (100 %), als Nicotinamid.
- Multivitamin Shots – 10 ml: 16,67 mg (104 %).
- Marine Kollagen Shots – 25 ml: 16 mg (100 %), als Niacinamid.
- Kollagen Shots mit Baldrian & Ashwagandha – 25 ml: 16 mg (100 %).
- Kollagen Kapseln – 2 Kapseln: 16 mg (100 %).
- Multivitamin Gummies – 2 Gummies: 8 mg (50 %).
Wie die acht B-Vitamine zusammenhängen, erzählt der Artikel B-Vitamine.
* Zugelassene Angaben gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.