Kollagen: Typen, Hydrolysat und Herkunft erklärt

Was Kollagen ist, woher der Name kommt, was Typ 1, 2 und 3 bedeuten und wie Rind und Fisch auf dem Etikett stehen.

Aktualisiert am 4 Min. Lesezeit

Klare Brühe in einer weißen Schale auf dunklem Holz

Viele kennen Kollagen aus der Küche, ohne es zu wissen: Gekocht wird es zu Gelatine, die Götterspeise und Fruchtgummi bindet. Heute steckt es auch in Pulvern, Kapseln und Shots. Hier steht, was Kollagen ist, was die Typen auf dem Etikett bedeuten und wie Rind und Fisch dort ausgewiesen sind.

Woher der Name kommt

Kollagen setzt sich aus dem griechischen kólla und der Endung -gen zusammen, die für „erzeugend“ steht. Der Name beschreibt die bindende Eigenschaft, die beim Kochen entsteht und die man heute von der Gelatine kennt.

Heute ist bekannt: Kollagen ist das häufigste Eiweiß im menschlichen Körper, es macht rund ein Drittel aller Proteine aus. Es steckt in Haut, Knochen, Sehnen, Knorpel und Blutgefäßen.

Drei Stränge, zu einem Seil gedreht

Ein Kollagenmolekül besteht aus drei langen Eiweißketten, die sich umeinander winden wie die Fasern eines Seils, eine Tripelhelix. Damit die Ketten so eng zusammenpassen, folgt ihr Bauplan einem strengen Muster: Jede dritte Aminosäure ist Glycin, die kleinste von allen. Dazwischen stehen oft Prolin und Hydroxyprolin.

Auf den Etiketten der Kollagen Shots ist dieses Muster nachzulesen. In Klammern zählt die Zutatenliste die Aminosäuren auf, angeführt von L-Glycin, L-Prolin und L-Alanin. Eine fehlt in dieser Liste: Tryptophan. Kollagen enthält es nicht.

Was Typ 1, 2 und 3 bedeuten

Bis heute sind 28 Kollagentypen beschrieben. Sie unterscheiden sich im Aufbau der Ketten und im Gewebe, in dem sie vorkommen. Drei davon stehen auf Etiketten:

  • Typ 1 – der häufigste Typ, in Haut, Knochen und Sehnen.
  • Typ 2 – vor allem im Knorpel.
  • Typ 3 – in Haut und Blutgefäßen, oft gemeinsam mit Typ 1.

Von der Gelatine zum Hydrolysat

Kocht man Kollagen, lösen sich die drei Stränge voneinander, und es entsteht Gelatine. Sie geliert beim Abkühlen, wie in der Götterspeise. Werden die Ketten mit Enzymen noch weiter zerlegt, bleiben kurze Bruchstücke übrig, sogenannte Peptide. Dieses Kollagenhydrolysat geliert nicht mehr und löst sich auch in kaltem Wasser. In Nahrungsergänzung steht es als „Kollagenhydrolysat“ oder „hydrolysiertes Kollagen“ in der Zutatenliste.

Rind oder Fisch

Kollagen wird aus Häuten, Knochen oder Schuppen gewonnen, meist vom Rind oder vom Fisch. Die Herkunft steht in der Zutatenliste in Klammern, etwa „Kollagenhydrolysat (Rind)“ oder „hydrolysiertes Kollagen aus Fisch“. Bei Fischkollagen ist Fisch als Allergen hervorgehoben. Pflanzen bilden kein Kollagen. Steckt Kollagen in einer Kapsel aus Cellulose, ist die Hülle pflanzlich, der Inhalt aber nicht; mehr dazu im Artikel Kapselhüllen.

Kollagen in der Nährwerttabelle

Für Kollagen gibt es keinen Referenzwert. In der Tabelle steht deshalb nur die Menge in Milligramm oder Gramm. Bei einem reinen Pulver zählt Kollagen zum Eiweiß: Das Kollagen Pulver enthält 90 g Eiweiß je 100 g.

Was Vitamin C damit zu tun hat

Mehrere der Kollagenprodukte enthalten zusätzlich Vitamin C. Dafür sind unter anderem diese Angaben zugelassen:*

  • Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Haut bei.
  • Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Knochen bei.
  • Vitamin C trägt zu einer normalen Kollagenbildung für eine normale Funktion der Blutgefäße bei.

Diese Angaben gelten für Lebensmittel, die mindestens 15 % des Referenzwerts liefern, also 12 mg Vitamin C je Tagesportion. Welche Formen von Vitamin C es gibt, erklärt der Artikel Was Calciumascorbat von Ascorbinsäure unterscheidet.

Drei Fragen an das Etikett

  • Herkunft – Rind oder Fisch, in Klammern hinter dem Kollagen.
  • Typ – Typ 1, 2 oder 3, wenn das Etikett ihn nennt.
  • Menge – Milligramm Kollagen je Tagesportion, nicht das Gewicht des ganzen Shots oder der Kapsel.

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Je Tagesportion:

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Kurz zusammengefasst

Von der Götterspeise bis zum Shot ist es derselbe Stoff: ein Seil aus drei Eiweißketten, reich an Glycin und Prolin. Gekocht wird es zu Gelatine, mit Enzymen zerlegt zum Hydrolysat, das sich in jedem Getränk löst. Wer Herkunft, Typ und Menge auf dem Etikett findet, weiß genau, welches Kollagen in der Packung steckt. Wie Aminosäuren benannt und gezählt werden, steht im Artikel Aminosäuren.

* Zugelassene Angaben gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.