Ashwagandha: Botanik, Herkunft und Tradition

Ein Nachtschattengewächs mit roten Beeren, ein Name aus dem Sanskrit und eine Wurzel, die nach Pferd riecht: woher Ashwagandha kommt und wie es auf dem Etikett steht.


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Grüne, ovale Blätter eines Strauchs in Nahaufnahme

In den trockenen Landstrichen Indiens wächst am Wegrand ein unscheinbarer Strauch, kaum hüfthoch, mit graugrünen Blättern. Im Herbst hängen an ihm kleine orangerote Beeren, jede in einer papierartigen Hülle. Wer die Wurzel ausgräbt und daran riecht, versteht den Namen, den Menschen der Pflanze vor langer Zeit gegeben haben: Ashwagandha.

Ein Name, der nach Pferd riecht

Ashwagandha stammt aus dem Sanskrit, der alten Sprache Indiens. Ashva heißt Pferd, gandha heißt Geruch. Die frische Wurzel hat einen strengen, an einen Pferdestall erinnernden Duft. Im Deutschen heißt die Pflanze auch Winterkirsche.

Eine Verwandte der Tomate

Botanisch heißt Ashwagandha Withania somnifera und gehört zu den Nachtschattengewächsen, wie Tomate, Kartoffel und Paprika. Die Verwandtschaft zeigt sich an den Beeren: Ihre Hülle erinnert an die Kapstachelbeere, die ebenfalls zu dieser Familie gehört. Ursprünglich wächst die Pflanze in trockenen Regionen von Nordafrika über den Nahen Osten bis nach Indien. Für Nahrungsergänzungsmittel wird meist die Wurzel verwendet.

In Indien ist die Wurzel seit Jahrhunderten bekannt und gehört zu den Pflanzen des Ayurveda. Von dort fand sie ihren Weg nach Europa.

Kapstachelbeeren mit papierartiger Hülle auf dunklem Grund

Was Withanolide sind

In den 1960er-Jahren untersuchten Chemiker in Israel die Inhaltsstoffe der Pflanze genauer. Sie fanden eine Gruppe von Verbindungen, die sie nach der Gattung benannten: Withanolide. Chemisch sind es Steroidlactone: Moleküle mit einem Steroidgerüst aus vier Ringen und einem zusätzlichen Lactonring. Eines der ersten, das sie isolierten, heißt Withaferin A.

Withanolide dienen heute als Leitstoffe. Wenn auf einem Etikett „10 % Withanolide“ steht, ist der Extrakt auf diesen Gehalt eingestellt. Wie solche Angaben funktionieren, erklärt der Artikel Pflanzenextrakte lesen.

Extrakt, Pulver und das Verhältnis dazwischen

Ashwagandha steht in drei Formen auf Etiketten:

  • Pulver – die getrocknete, gemahlene Pflanze. Beim Ashwagandha Pulver steht in der Zutatenliste „100 % Ashwagandha Pulver“.
  • Trockenextrakt – Inhaltsstoffe, die aus der Wurzel herausgelöst und getrocknet wurden, wie in den Ashwagandha Kapseln: 300 mg Extrakt, davon 30 mg Withanolide.
  • Extrakt mit Wurzeläquivalent – in den Ashwagandha Gummies stehen 30 mg Wurzelextrakt, die 300 mg Wurzel entsprechen. Für 1 Teil Extrakt wurden 10 Teile Wurzel verarbeitet.

Was auf dem Etikett steht

Für Ashwagandha gibt es keinen Referenzwert, in der Prozentspalte steht ein Schrägstrich. Die Etiketten der Kapseln und Gummies nennen außerdem, für wen die Produkte nicht geeignet sind: für Schwangere und Stillende sowie für Personen mit Lebererkrankungen, die Gummies zusätzlich für Kinder und Jugendliche. Diese Hinweise solltest Du vor der ersten Portion lesen.

Woran Du Ashwagandha erkennst

  • Name – Ashwagandha, oft mit dem botanischen Namen Withania somnifera.
  • Pflanzenteil – meist Wurzel, etwa „Ashwagandhawurzel-Trockenextrakt“.
  • Form – Pulver oder Extrakt, beim Extrakt oft mit Withanolid-Gehalt oder Wurzeläquivalent.

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Kurz zusammengefasst

Ashwagandha ist ein Nachtschattengewächs aus trockenen Regionen zwischen Nordafrika und Indien, benannt nach dem Geruch seiner Wurzel. Auf dem Etikett steht es als Pulver oder Extrakt. Die Zahlen dahinter, Withanolid-Gehalt oder Wurzeläquivalent, verraten, wie der Extrakt eingestellt ist.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.