Hyaluronsäure: Eine Zuckerkette aus dem Auge

Natriumhyaluronat in der Zutatenliste, Hyaluronsäure in der Tabelle: Was das Molekül chemisch ist, wo es entdeckt wurde und wie es heute entsteht.


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Große Wassertropfen auf dicken grünen Blättern

Auf den Kollagen Kapseln mit Hyaluron steht in der Zutatenliste „Natriumhyaluronat (8,05 %)“, in der Nährwerttabelle „Hyaluronsäure 100 mg“. Zwei Namen für einen Stoff, einmal als Salz, einmal als Säure. Hier steht, was Hyaluronsäure chemisch ist, woher ihr Name kommt und wie sie auf dem Etikett erscheint.

Ein Fund im Glaskörper

1934 untersuchten der Biochemiker Karl Meyer und sein Kollege John Palmer an der Columbia University in New York den Glaskörper aus Rinderaugen, die klare, gallertartige Masse im Inneren des Auges. Sie fanden darin einen bis dahin unbekannten Stoff. Den Namen setzten sie aus zwei Teilen zusammen: hyalos, griechisch für Glas, und Uronsäure, einem seiner beiden Bausteine.

Eine Kette aus zwei Zuckern

Hyaluronsäure ist ein Polysaccharid, eine lange Kette aus Zuckerbausteinen. Zwei davon wechseln sich immer wieder ab: D-Glucuronsäure und N-Acetyl-D-glucosamin. Dieses Paar wiederholt sich tausendfach, eine einzige Kette kann eine Molekülmasse von mehreren Millionen Dalton erreichen. Chemisch gehört Hyaluronsäure zu den Glykosaminoglykanen, wie auch Chondroitin.

An jeder Glucuronsäure sitzt eine Säuregruppe. In Wasser trägt sie eine negative Ladung, und die Kette zieht Wassermoleküle an. Schon kleine Mengen machen Wasser deshalb merklich zähflüssig, größere bilden ein Gel.

Säure und Salz

Bei neutralem pH-Wert liegt Hyaluronsäure fast vollständig als Hyaluronat vor, also als Salz. Gehandelt wird sie meist als Natriumhyaluronat, das Natriumsalz. Die Zutatenliste nennt die Verbindung, die Nährwerttabelle die Hyaluronsäure. Dasselbe Prinzip gilt bei Mineralstoffen; mehr dazu im Artikel Mineralstoffe und ihre Verbindungen.

In Kosmetik steht derselbe Stoff unter seinem internationalen Namen auf der Verpackung: Sodium Hyaluronate.

Kopf eines Hahns mit rotem Kamm vor blauem Himmel

Vom Hahnenkamm zur Gärung

Lange war der Kamm von Hähnen die wichtigste Quelle, denn er enthält besonders viel Hyaluronsäure. Heute stammt sie überwiegend aus der Fermentation: Bestimmte Bakterien bilden Hyaluronsäure als schützende Hülle um ihre Zellen. In großen Tanks wachsen sie in einer Nährlösung, danach wird die Hyaluronsäure abgetrennt, gereinigt und getrocknet. Übrig bleibt ein weißes Pulver.

Oft zusammen mit Kollagen

Der Körper bildet Hyaluronsäure selbst, entdeckt wurde sie im Glaskörper des Auges. In Nahrungsergänzungsmitteln steht sie häufig in einer Zutatenliste mit Kollagen. Was Kollagen chemisch ist, erklärt der Artikel Kollagen.

Die Zahl in der Tabelle

Für Hyaluronsäure gibt es keinen Referenzwert. In der Spalte für den Prozentwert steht deshalb ein Schrägstrich. Die Menge steht in Milligramm je Tagesportion, bei Shots bezogen auf 15 oder 25 ml.

Woran Du sie erkennst

  • Zutatenliste – „Natriumhyaluronat“ oder „Hyaluronsäure“, manchmal mit Prozentangabe.
  • Nährwerttabelle – Hyaluronsäure in Milligramm, ohne Prozentwert.
  • Tagesportion – die Menge gilt für die angegebene Portion, bei Kapseln für alle Kapseln eines Tages.

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Je Tagesportion:

Wie die Zutatenliste eines Shots aufgebaut ist, zeigt der Artikel Was in Shots steckt.

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Kurz zusammengefasst

Hyaluronsäure ist eine lange Kette aus zwei Zuckerbausteinen, entdeckt im Glaskörper des Auges und heute meist durch Fermentation gewonnen. Auf dem Etikett steht sie als Natriumhyaluronat in der Zutatenliste und als Hyaluronsäure in Milligramm in der Tabelle.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.