Sonnenblumenöl: Warum es in Kapseln an erster Stelle steht

In vielen Vitamin-D3-Kapseln steht Sonnenblumenöl vor dem Vitamin. Warum das so ist, was es in Gummies tut und wie Du es auf dem Etikett erkennst.


Aktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Sonnenblumenfeld mit vielen geöffneten Blüten im weichen Tageslicht

Bei den Vitamin D3 Kapseln steht in der Zutatenliste nicht das Vitamin vorn, sondern ein Öl: „Sonnenblumenöl, Überzugsmittel: Gelatine (Rind), Feuchthaltemittel: Glycerin, Vitamin D3“. Das Vitamin kommt zuletzt. Das ist kein Versehen, sondern sagt viel über die Kapsel. Hier steht, was Sonnenblumenöl in Nahrungsergänzungen tut und wie Du es auf dem Etikett liest.

Warum steht das Öl vor dem Vitamin?

Die Zutatenliste ist nach Gewicht sortiert, die größte Menge zuerst. Vitamin D3 wird in Mikrogramm gemessen, also in Millionstel Gramm. Die Füllung einer Kapsel besteht deshalb fast nur aus Öl, in dem das Vitamin gelöst ist. Das Öl ist der Träger: Es füllt die Kapsel, verteilt die winzige Menge gleichmäßig und macht sie überhaupt erst abfüllbar.

Warum gerade ein Öl?

Vitamin D3 gehört zu den fettlöslichen Vitaminen, wie A, E und K. In Wasser löst es sich kaum, in Öl dagegen gut. Deshalb steckt es in Weichkapseln mit Ölfüllung oder in Tropfen auf Ölbasis. Bei den Vitamin D3 + K2 Tropfen übernimmt diese Rolle ein anderes Öl, beschrieben im Artikel MCT-Öl.

Woher kommt Sonnenblumenöl?

Die Sonnenblume, Helianthus annuus, stammt aus Nordamerika und gehört zu den Korbblütlern. Ihr Gattungsname setzt sich aus den griechischen Wörtern für Sonne und Blume zusammen. Junge Pflanzen drehen ihre Knospe tatsächlich im Tagesverlauf mit der Sonne; die geöffneten Blüten bleiben dann meist nach Osten gerichtet. Nach Europa kam sie im 16. Jahrhundert, großflächig als Ölpflanze angebaut wurde sie erst im 19. Jahrhundert in Russland. Das Öl wird aus den Kernen gepresst oder mit einem Lösungsmittel ausgezogen und meist raffiniert, damit es mild schmeckt und lange haltbar bleibt.

Einzelne gestreifte Sonnenblumenkerne und geschälte Kerne auf hellem Grund

Was heißt „mit hohem Ölsäuregehalt“?

Klassisches Sonnenblumenöl besteht zum größten Teil aus Linolsäure, einer zweifach ungesättigten Omega-6-Fettsäure. Aus gezüchteten Sorten gibt es auch Öl, in dem die einfach ungesättigte Ölsäure überwiegt, wie im Olivenöl. Es ist hitze- und lagerstabiler. Auf dem Etikett steht es als „Sonnenblumenöl mit hohem Ölsäuregehalt“, so etwa bei den Omega 3 Gummies für Kinder, wo es neben dem Algenöl steht.

Was macht Sonnenblumenöl in Gummies?

In Fruchtgummis steht Sonnenblumenöl meist weit hinten, oft in der Klammer „Überzugsmittel (Sonnenblumenöl, Carnaubawachs)“. Zusammen mit dem Wachs bildet es einen hauchdünnen Film, damit die Gummies in der Dose nicht aneinanderkleben. Mehr dazu im Artikel Überzugsmittel.

Ist Sonnenblumenöl ein Allergen?

Nein. Die Sonnenblume gehört nicht zu den 14 Hauptallergenen, die in der Zutatenliste hervorgehoben werden müssen; Sesam etwa schon. Sonnenblumenöl ist rein pflanzlich. Ob eine Kapsel insgesamt vegan ist, entscheidet aber die Hülle: Rindergelatine bei der einen, Maniokstärke bei der anderen. Wie Du die Hüllen unterscheidest, erklärt der Artikel Kapselhüllen.

Wo steht es auf dem Etikett?

  • An erster Stelle – als Träger für fettlösliche Vitamine in Weichkapseln.
  • Weit hinten, in Klammern – als Teil des Überzugsmittels bei Gummies.
  • Mit Zusatz – „mit hohem Ölsäuregehalt“ für die ölsäurereiche Sorte.

Sonnenblumenöl bei BIOMPLEX

Was das Vitamin in den Kapseln ist, steht im Artikel Vitamin D3.

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Kurz zusammengefasst

Sonnenblumenöl ist in Vitamin-D3-Kapseln der Träger, in dem das fettlösliche Vitamin gelöst ist; deshalb steht es an erster Stelle. In Gummies ist es Teil des Überzugs. Es ist pflanzlich, kein Hauptallergen, und der Zusatz „mit hohem Ölsäuregehalt“ verrät die stabilere Sorte.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.