Traubenkernextrakt: Was vom Wein übrig bleibt

Bei jeder Weinlese bleiben Schalen, Stiele und Kerne zurück. Wie aus den Kernen ein Extrakt wird und was Proanthocyanidine sind.


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Helle und dunkle Weintrauben nebeneinander

Ein Traubenkern ist hart, bitter und landet beim Essen meist im Abfall. Für Winzer war er lange genau das: ein Rest. Wie aus diesem Rest ein Extrakt in einer Zutatenliste wurde, lässt sich in wenigen Etappen erzählen.

Um 6000 v. Chr.: Die Rebe wird kultiviert

Die ältesten Spuren von Wein, Rückstände in Tongefäßen, stammen aus dem Südkaukasus, aus dem Gebiet des heutigen Georgien. Aus der wilden Rebe wurde dort und im Nahen Osten die Kulturrebe, Vitis vinifera, die Weintragende. Mit dem Wein wanderte sie über Griechenland und Rom nach ganz Europa.

Seit der Antike: Der Trester

Beim Keltern werden die Trauben gepresst. Übrig bleibt der Trester: Schalen, Stiele und Kerne. Er wurde verfüttert, als Dünger aufs Feld gebracht oder zu Branntwein destilliert, in Italien zu Grappa, in Frankreich zu Marc. Die Kerne machen nur einen kleinen Teil der Traube aus, fallen bei der Weinherstellung aber in großen Mengen an.

Mitte des 20. Jahrhunderts: Ein Blick in die Kerne

Der französische Pharmazeut Jacques Masquelier in Bordeaux untersuchte eine Gruppe von Pflanzenstoffen, die er aus Erdnusshäutchen und später aus Traubenkernen gewann: die oligomeren Proanthocyanidine, kurz OPC. Sie sind Ketten aus zwei bis wenigen Bausteinen der Flavan-3-ole, derselben Stoffgruppe, zu der die Catechine des grünen Tees gehören. Mehr dazu im Artikel Grüntee.

Was die Kerne schmecken lässt

Proanthocyanidine gehören zu den Gerbstoffen. Sie verbinden sich mit Eiweißen im Speichel und erzeugen das pelzige, trockene Gefühl auf der Zunge, das man von jungem Rotwein oder einem zerbissenen Traubenkern kennt.

Heute: Vom Trester zum Extrakt

Die Kerne werden aus dem Trester abgetrennt, getrocknet und gepresst, was Traubenkernöl ergibt, oder mit Wasser und Alkohol ausgezogen, was einen Extrakt ergibt. Bei BIOMPLEX steht er in den Multivitamin Shots: in der Zutatenliste als „Traubenkernextrakt (Vitis vinifera, Samen)“ und als Traubenkernextrakt in einer Mischung aus Pflanzenextrakten, die mit 100 mg je Tagesdosis angegeben ist. Wie Pflanzenangaben zu lesen sind, erklärt der Artikel Pflanzenextrakte lesen.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.