Aminosäuren: Was L-Leucin, EAA und BCAA bedeuten

Aminosäuren sind die Bausteine der Eiweiße. Was essentiell heißt, wofür das L steht und warum das Etikett bei Lysin zwei Mengen nennt.


Aktualisiert am 3 Min. Lesezeit

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Eine Aminosäure ist ein kleines Molekül mit zwei Enden: einer Aminogruppe auf der einen Seite, einer Säuregruppe auf der anderen. Aneinandergereiht bilden Aminosäuren Eiweiße. Auf Etiketten stehen sie mit einem L davor, manchmal mit dem Zusatz „HCL“ dahinter, gelegentlich zusammengefasst als EAA oder BCAA. Hier steht, was diese Bezeichnungen bedeuten.

Bausteine der Eiweiße

Rund 20 Aminosäuren bauen die Eiweiße des Körpers auf. Ihre Reihenfolge bestimmt, welches Eiweiß entsteht, ob Kollagen im Bindegewebe oder ein Enzym. Bei der Verdauung zerlegt der Körper Nahrungseiweiß wieder in diese Bausteine.

Essentiell und nicht essentiell

Einige Aminosäuren kann der Körper selbst herstellen, andere nicht. Diese heißen essentiell und müssen mit der Nahrung kommen. Klassisch sind es acht: Isoleucin, Leucin, Lysin, Methionin, Phenylalanin, Threonin, Tryptophan und Valin. Heute zählt man meist auch Histidin dazu. Die englische Abkürzung für essentielle Aminosäuren lautet EAA.

Drei davon haben eine Verzweigung in ihrem Kohlenstoffgerüst: Leucin, Isoleucin und Valin. Sie heißen deshalb verzweigtkettige Aminosäuren, englisch BCAA.

Frei oder gebunden

In Eiweißpulvern wie Whey sind die Aminosäuren in langen Ketten gebunden, so wie in Milch oder Fleisch. In einem EAA-Pulver liegen sie dagegen frei vor, jede als einzelnes Molekül. Das Etikett zeigt den Unterschied: Bei Whey steht der Eiweißgehalt in Gramm, bei EAA jede Aminosäure einzeln mit ihrer Menge. Die Eiweißzeile der Nährwerttabelle führen beide, denn auch freie Aminosäuren zählen rechnerisch zum Eiweiß.

Was das L bedeutet

Aminosäuren gibt es in zwei spiegelbildlichen Formen, so wie eine linke und eine rechte Hand. Chemiker nennen sie L- und D-Form. Die Eiweiße des Körpers bestehen aus der L-Form, deshalb steht sie auf dem Etikett: L-Leucin, L-Lysin, L-Tryptophan.

Wenn das Etikett zwei Mengen nennt

Manche Aminosäuren werden als Salz eingesetzt, etwa als Hydrochlorid, abgekürzt HCL. Dann nennt das Etikett zwei Zahlen. Bei den L-Lysin Kapseln sind es 1.000 mg L-Lysin-Hydrochlorid je Tagesportion, „davon L-Lysin 800 mg“. Vergleichbar ist die zweite Zahl, die Menge der Aminosäure selbst. Dasselbe Prinzip gilt bei Mineralstoffen, wie der Artikel Mineralstoffe und ihre Verbindungen zeigt.

Verwandte, die keine Bausteine sind

  • Taurin – trägt eine Aminogruppe, aber statt der Säuregruppe eine Sulfonsäuregruppe. In Eiweiße wird es nicht eingebaut.
  • Beta-Alanin – ein Verwandter des Alanins, bei dem die Aminogruppe an anderer Stelle sitzt. Auch es ist kein Eiweißbaustein.
  • Kreatin – entsteht im Körper aus den Aminosäuren Arginin, Glycin und Methionin, ist selbst aber keine.

Benannt nach dem Fundort

Viele Aminosäuren tragen den Namen ihres ersten Fundorts. Asparagin wurde 1806 aus Spargelsaft gewonnen, als erste Aminosäure überhaupt. Glutamin verweist auf das Gluten des Weizens, Tyrosin auf das griechische Wort für Käse. Glycin heißt nach dem griechischen glykys, süß, weil es süßlich schmeckt, und Leucin nach leukos, weiß, der Farbe seiner Kristalle. Tryptophan wurde 1901 mithilfe des Verdauungsenzyms Trypsin aus Milcheiweiß gewonnen, das ihm seinen Namen gab.

Die Zeilen der Tabelle

  • Form – das L vor dem Namen und ein möglicher Salz-Zusatz wie HCL.
  • Menge – Gramm oder Milligramm der Aminosäure selbst je Tagesportion, bei Salzen die „davon“-Zahl.
  • Herkunft – viele Etiketten nennen sie, etwa „aus Fermentation“: Mikroorganismen stellen die Aminosäure aus Zucker her.

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Kurz zusammengefasst

Aminosäuren sind die Bausteine der Eiweiße, und acht bis neun davon muss der Körper von außen bekommen. Das L steht für die Form, die er verwendet, ein Zusatz wie HCL für ein Salz mit eigener „davon“-Zahl. Mit diesen drei Hinweisen liest sich jede Aminosäuretabelle so klar wie eine Zutatenliste.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.