Folat in Lebensmitteln: Hülsenfrüchte, Kohl und Blattgemüse

Kichererbsen, Grünkohl, Spinat, Weizenkeime: wie viel Folat in einer Portion steckt, woher der Name kommt und warum Kochen Folat kostet.


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Zwei Hände halten eine Schale mit frischen Spinatblättern

1931 untersuchte die britische Ärztin Lucy Wills in Bombay Textilarbeiterinnen, die in der Schwangerschaft an einer bestimmten Form von Blutarmut erkrankten. Sie fand, dass Hefeextrakt half, und nannte den unbekannten Stoff darin „Wills-Faktor“. Zehn Jahre später isolierten amerikanische Forscher einen verwandten Stoff aus Spinatblättern und nannten ihn nach dem lateinischen Wort für Blatt, folium: Folsäure.

Folat je 100 g und je Portion

Lebensmittel je 100 g Portion je Portion
Grünkohl, roh 187 µg 150 g 281 µg (140 %)
Rosenkohl, roh 138 µg 150 g 207 µg (103 %)
Sojabohnen, getrocknet 309 µg 60 g, ungekocht 185 µg (93 %)
Edamame 165 µg 100 g 165 µg (82 %)
Spinat, roh 152 µg 100 g 152 µg (76 %)
Brokkoli, roh 89 µg 150 g 134 µg (67 %)
Kichererbsen, getrocknet 212 µg 60 g, ungekocht 127 µg (64 %)
Rote Linsen, getrocknet 178 µg 60 g, ungekocht 107 µg (53 %)
Kidneybohnen, getrocknet 172 µg 60 g, ungekocht 103 µg (52 %)
Erdbeeren 68 µg 150 g 102 µg (51 %)
Quinoa 141 µg 60 g, ungekocht 84 µg (42 %)
Feldsalat 108 µg 50 g 54 µg (27 %)
Hühnerei 76 µg 1 Ei, 60 g 46 µg (23 %)
Weizenkeime 211 µg 2 EL, 15 g 32 µg (16 %)

Die Werte sind Folat-Äquivalente, der Referenzwert liegt bei 200 µg. Hülsenfrüchte und dunkelgrüne Kohlsorten führen die Liste an, nicht der namensgebende Spinat.

Rosenkohl auf einer Holzfläche

Warum Kochen Folat kostet

Folat ist wasserlöslich und empfindlich gegenüber Hitze, Licht und Sauerstoff. Beim Kochen in viel Wasser geht ein großer Teil ins Kochwasser über und wird teilweise zerstört, beim langen Warmhalten noch mehr. Gemüse kurz zu dämpfen oder roh zu essen, etwa als Feldsalat oder fein geschnittenen Grünkohl, erhält mehr. Bei Hülsenfrüchten beziehen sich die Werte auf die getrocknete Ware; nach dem Kochen ist ein Teil verloren.

Folat oder Folsäure?

Folat ist der Sammelbegriff für die natürlichen Formen in Lebensmitteln. Folsäure ist die synthetische Form, die in Nahrungsergänzungsmitteln und angereicherten Lebensmitteln eingesetzt wird; der Körper nimmt sie leichter auf. Deshalb rechnet die Tabelle in Folat-Äquivalenten. Den Unterschied und die Namen auf dem Etikett erklärt der Artikel Folsäure.

Und als Nahrungsergänzung?

Folsäure steckt im Sortiment vor allem in Kombinationsprodukten. Eine Übersicht bietet die Kollektion B-Vitamine; wie die B-Vitamine zusammenhängen, erklärt der Artikel B-Vitamine.

Passende Rezepte: Rosenkohl aus dem Ofen mit Walnüssen und Kichererbsen-Spinat-Curry.

Werte je 100 g: Max Rubner-Institut (2025): Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0, Deutsche Nährstoffdatenbank, Karlsruhe, DOI 10.25826/Data20251217-134202-0, Lizenz CC BY 4.0. Portionswerte daraus berechnet und gerundet. Prozent in Klammern: Anteil am Referenzwert für Erwachsene nach Anhang XIII der Verordnung (EU) Nr. 1169/2011.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.