Granatapfel: Punica granatum und die Ellagsäure
In der Tabelle steht Granatapfel-Extrakt, darunter „davon Ellagsäure“. Was der Stoff chemisch ist, woher er kommt und wie die Zahlen zusammenhängen.
Ellagsäure ist ein flaches, starres Molekül aus vier miteinander verbundenen Ringen. In Pflanzen liegt sie meist nicht frei vor, sondern als Teil größerer Gerbstoffe. Der Granatapfel ist eine ihrer bekanntesten Quellen. Hier steht, was Granatapfel-Extrakt chemisch enthält und wie er auf dem Etikett erscheint.
Eine Beere mit vielen Kernen
Der Granatapfel, botanisch Punica granatum, ist ein Strauch oder kleiner Baum aus der Familie der Weiderichgewächse. Seine Heimat liegt im Gebiet vom heutigen Iran bis nach Nordindien, rund ums Mittelmeer wird er seit der Antike angebaut. Botanisch ist die Frucht eine Beere mit ledriger Schale. Innen sitzen Hunderte Samen, jeder umhüllt von einem saftigen, roten Samenmantel, getrennt durch weißliche, bittere Häute. Oben trägt die Frucht einen kleinen, kronenartigen Kelch.
Der Name beschreibt genau das Innere: granatum kommt vom lateinischen granum, Korn, der Granatapfel ist also der Apfel mit den vielen Körnern. Auch der rote Edelstein Granat soll nach der Farbe dieser Kerne benannt sein.
Ellagsäure: zwei Gallussäuren, fest verbunden
Chemisch entsteht Ellagsäure aus zwei Molekülen Gallussäure, einer Phenolcarbonsäure, die auch in Tee und Eichenrinde vorkommt. Die beiden Benzolringe sind direkt miteinander verknüpft und zusätzlich über zwei ringförmige Esterbrücken, sogenannte Lactone, verbunden. So entsteht ein flaches System aus vier Ringen mit der Summenformel C14H6O8. Der Name ist ein Wortspiel: ellag ist das französische galle, Gallapfel, rückwärts gelesen.
Gerbstoffe als Speicher
Im Granatapfel steckt Ellagsäure vor allem in den Ellagitanninen. Das sind große Gerbstoffmoleküle, in denen mehrere Phenolsäuren an einen Zucker gebunden sind. Das bekannteste im Granatapfel heißt Punicalagin und sitzt vor allem in der Schale. Werden solche Gerbstoffe gespalten, wird Ellagsäure frei. Gerbstoffe sind auch der Grund, warum die weißen Häute und die Schale herb und zusammenziehend schmecken.
Extrakt und Gehalt auf dem Etikett
In der Zutatenliste steht „Granatapfelfrucht-Trockenextrakt (1,45 %)“. Trockenextrakt heißt, dass das Lösungsmittel nach dem Ausziehen entfernt wurde und ein Pulver zurückbleibt. In der Tabelle stehen zwei Zahlen: 20 mg Granatapfel-Extrakt je Tagesdosis, darunter davon 8 mg Ellagsäure. Der Extrakt besteht also zu 40 % aus Ellagsäure. Wie solche Angaben allgemein zu lesen sind, erklärt der Artikel Pflanzenextrakte lesen.
Granatapfel bei BIOMPLEX
Granatapfel-Extrakt ist Teil der Kollagen Kapseln mit Hyaluron & Granatapfel. Je Tagesdosis von zwei Kapseln enthalten sie:
- Kollagenhydrolysat – 900 mg, aus Rind
- Hyaluronsäure – 100 mg
- Granatapfel-Extrakt – 20 mg, davon Ellagsäure 8 mg
- dazu Vitamin C, Vitamin B3, Zink, Vitamin A, Selen und Vitamin D3
Was hinter den beiden Hauptzutaten steckt, steht in den Artikeln Kollagen und Hyaluronsäure.
Kurz zusammengefasst
Der Granatapfel ist eine Beere aus Westasien mit Hunderten Kernen. Ellagsäure entsteht aus zwei verbundenen Gallussäure-Molekülen und liegt in der Pflanze meist in Gerbstoffen gebunden vor. Auf dem Etikett nennt die Tabelle die Extraktmenge und darunter den Gehalt an Ellagsäure.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.