Löwenmähne: Hericium erinaceus, der Igel-Stachelbart
An alten Buchen wächst im Herbst ein weißer Pilz, der wie ein Wasserfall aus Eiszapfen aussieht. Was Löwenmähne ist und wie sie auf dem Etikett steht.
Im Herbst, an einem alten Buchenstamm im Wald, hängt manchmal ein Gebilde, das eher nach Eis als nach Pilz aussieht: ein weißer Ball aus langen, weichen Stacheln, die wie Eiszapfen nach unten fallen. Wer ihn findet, hat Glück, denn in Mitteleuropa ist er selten geworden. Es ist die Löwenmähne, botanisch Hericium erinaceus.
Igel, Löwe, Bergmönch
Kaum ein Pilz hat so viele Namen. Der lateinische Beiname erinaceus heißt Igel, und auf Deutsch heißt er Igel-Stachelbart. Im Englischen sah man in den hängenden Stacheln eine Mähne, daher lion's mane, Löwenmähne. In Japan heißt er Yamabushitake, nach den Yamabushi, den Bergasketen des Landes. In Ostasien wird er seit Langem in der Küche verwendet und gezüchtet.

Ein Pilz ohne Lamellen
Die meisten Speisepilze tragen ihre Sporen an Lamellen unter dem Hut. Die Löwenmähne hat keinen Hut und keine Lamellen. Ihre Sporen bilden sich an den Stacheln selbst, die bis zu mehrere Zentimeter lang werden. Der Pilz wächst an geschwächten oder abgestorbenen Laubbäumen, vor allem an Buchen und Eichen, und zersetzt dort das Holz.
In Deutschland steht der Igel-Stachelbart unter Schutz und darf in der Natur nicht gesammelt werden. Für Lebensmittel wird er deshalb gezüchtet, meist auf Substrat aus Holzspänen und Getreide. Geerntet wird der Fruchtkörper, also der Teil des Pilzes, der aus dem Holz herauswächst.
Woraus ein Pilz besteht
Pilze sind weder Pflanzen noch Tiere, sondern bilden ein eigenes Reich. Ihre Zellwände bestehen nicht aus Cellulose wie bei Pflanzen, sondern aus Chitin und langen Zuckerketten, den Polysacchariden. Zu ihnen gehören die Beta-Glucane, Ketten aus Traubenzucker-Bausteinen, die auf eine bestimmte Weise verknüpft sind. Für Pilzextrakte ist ihr Gehalt eine gängige Kennzahl, so wie Curcumin bei Kurkuma.
Vom Fruchtkörper zum Extrakt
Für einen Extrakt werden die getrockneten Fruchtkörper meist mit heißem Wasser ausgezogen, der Auszug wird eingeengt und getrocknet. Das Etikett nennt dann die Menge des Extrakts und darunter die Gehalte, die darin bestimmt wurden. Wie solche „davon“- und „enthält“-Angaben allgemein zu lesen sind, erklärt der Artikel Pflanzenextrakte lesen.
Ein Hinweis auf dem Etikett ist für manche wichtig: Löwenmähnen-Pulver enthält von Natur aus Sulfite. Sie werden nicht zugesetzt, stehen aber als Allergenhinweis auf der Packung.
Löwenmähne bei BIOMPLEX
Die Löwenmähne Gummies enthalten je zwei Gummies:
- Löwenmähnen-Pilz-Extrakt aus dem Fruchtkörper – 200 mg
- davon Polysaccharide – 56,4 mg, davon Beta-Glucane 8,0 mg
- Vitamin B6 – 1,4 mg, 100 % des Referenzwerts
Sie sind ohne Zucker, mit Blaubeergeschmack. Gesüßt wird mit Zuckeralkoholen; mehr dazu im Artikel Süßungsmittel. Für Schwangere, Stillende, Kinder und Jugendliche sind sie nicht geeignet.
Kurz zusammengefasst
Die Löwenmähne ist ein Stachelpilz, der an Laubholz wächst und in Deutschland geschützt ist; für Lebensmittel wird sie gezüchtet. Ihre Zellwände bestehen aus Chitin und Polysacchariden, zu denen die Beta-Glucane gehören. Auf dem Etikett steht sie als Fruchtkörper-Extrakt, mit diesen Gehalten als Kennzahl.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.