Rotklee: Darwin, die Hummeln und die Katzen
Darwin verband den Rotklee mit Hummeln, Mäusen und Katzen. Eine Geschichte über eine Wiesenpflanze, ihre Bestäuber und ihren Platz im Etikett.
In seinem Buch „Über die Entstehung der Arten“ von 1859 erzählt Charles Darwin eine Geschichte, die auf einer englischen Dorfwiese spielt. Sie handelt von einer Blume, einem Insekt, einem Nagetier und einem Haustier, und sie zeigt, wie eng alles zusammenhängt.
Eine Kette aus vier Gliedern
Darwin hatte beobachtet, dass Rotklee fast nur von Hummeln besucht wird. Ihr langer Rüssel reicht tief genug in die schmalen Blütenröhren, der von Honigbienen meist nicht. Die Hummeln wiederum nisten im Boden, und ihre Nester werden von Feldmäusen geplündert. In der Nähe von Dörfern fand man mehr Hummelnester, und Darwin vermutete den Grund: Dort gibt es Katzen, die Mäuse jagen. Mehr Katzen, weniger Mäuse, mehr Hummeln, mehr Rotklee. Spätere Autoren spannen die Kette scherzhaft noch weiter.
Die Pflanze
Der Rotklee, Trifolium pratense, ist eine Wiesenpflanze mit dreizähligen Blättern, oft mit einem hellen Fleck in Form eines Winkels. Der Gattungsname heißt dreiblättrig, der Artname „auf der Wiese wachsend“. Was wie eine Blüte aussieht, ist ein kugeliger Kopf aus vielen kleinen, rosaroten bis purpurnen Einzelblüten. Rotklee gehört zu den Hülsenfrüchtlern, wie Erbse, Bohne und Soja.

Der Stickstoff aus der Luft
An seinen Wurzeln trägt Rotklee kleine Knöllchen. In ihnen leben Bakterien, die Stickstoff aus der Luft binden und der Pflanze zur Verfügung stellen. Bauern nutzten das, lange bevor man die Bakterien kannte: Im 18. Jahrhundert wurde Klee auf Feldern angebaut, die sonst brachgelegen hätten. Das Vieh bekam Futter, der Boden wurde reicher. Der Landwirt Johann Christian Schubart warb so erfolgreich dafür, dass er 1784 als „Edler von dem Kleefelde“ geadelt wurde.
Was in der Pflanze steckt
Wie die Sojabohne enthält Rotklee Isoflavone, Pflanzenstoffe aus der großen Gruppe der Flavonoide. Typisch für Rotklee sind Formononetin und Biochanin A. Was Isoflavone chemisch sind, erklärt der Artikel Soja-Isoflavone.
Auf dem Etikett
Bei BIOMPLEX steht Rotklee in den Marine Kollagen Shots: in der Zutatenliste als „Rotklee-Extrakt (Trifolium pratense)“, in der Tabelle mit 2 mg je 25 ml. Auf demselben Etikett stehen Dong Quai, Maca und Nachtkerzenöl.
Darwins Kette ist bis heute ein Lehrbuchbeispiel. Und wer im Sommer an einer Kleewiese steht, kann ihr erstes Glied beobachten: eine Hummel, die Kopf für Kopf abarbeitet.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.