Beta-Carotin: Die Farbe aus der Karotte

1831 gewann ein Apotheker aus Karotten einen orangefarbenen Stoff. Wie Beta-Carotin zu seinem Namen kam und warum es als Farbstoff im Etikett steht.


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Viele orangefarbene Kürbisse nebeneinander

Im Jahr 1831 untersuchte der Apotheker Heinrich Wackenroder in Göttingen Karottenwurzeln und versuchte herauszufinden, woher ihre Farbe kam. Am Ende hielt er winzige rubinrote Kristalle in der Hand, die gelöst in Öl leuchtend orange wurden. Er nannte den Stoff Carotin, nach dem botanischen Namen der Karotte, Daucus carota.

Hundert Jahre bis zur Formel

Was Wackenroder gefunden hatte, war ein Gemisch. Erst in den 1930er Jahren klärten der Schweizer Chemiker Paul Karrer und der Österreicher Richard Kuhn den Aufbau der Carotine auf. Karrer erhielt dafür 1937 den Nobelpreis für Chemie, Kuhn ein Jahr später. Seitdem unterscheidet man Alpha-, Beta- und Gamma-Carotin. Das Beta-Carotin ist das häufigste.

Rot und orange gefärbte Ahornblätter im Gegenlicht

Was die Farbe macht

Das Molekül ist eine lange Kette aus 40 Kohlenstoffatomen mit elf Doppelbindungen, die sich abwechseln. Diese Kette schluckt blaues und violettes Licht. Was das Auge zurückbekommt, ist Orange. Je länger die Kette, desto weiter rückt die Farbe ins Rote. Darum färbt dieselbe Stoffgruppe Karotten, Kürbis, Aprikosen und Mangos, im Herbst auch die Blätter, sobald das Grün verschwindet.

Ein Molekül, zwei Hälften

Beta-Carotin ist symmetrisch gebaut. In der Mitte geteilt, ergibt es zwei Moleküle Retinal, eine Form von Vitamin A. Deshalb heißt Beta-Carotin auch Provitamin A. In Lebensmitteln aus Pflanzen ist es die wichtigste Quelle dafür; Retinol selbst kommt nur in tierischen Lebensmitteln vor. Wie Vitamin A auf Etiketten steht, erklärt der Artikel Sehkraft.

E 160a

Als Farbstoff hat Beta-Carotin die Nummer E 160a, zusammen mit verwandten Carotinen. Es kann chemisch hergestellt, aus Pilzen oder Algen gewonnen oder aus Pflanzen wie Karotten oder Palmfrüchten extrahiert werden. Weil es nicht in Wasser löst, wird es für Getränke und Gummis meist fein verteilt angeboten.

Vier Etiketten, eine Aufgabe

Bei BIOMPLEX steht Beta-Carotin in vier Zutatenlisten, jedes Mal als Farbstoff:

Als Farbstoff erscheint es nicht in der Nährwerttabelle. Wie Farbstoffe und E-Nummern deklariert werden, steht in den Artikeln Aromen und Farbstoffe und E-Nummern.

Wackenroders Kristalle stecken also heute in Gummis und Shots, als das, was sie in der Karotte schon immer waren: Farbe.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.