Färbende Lebensmittel: Farbe aus Karotte, Rübe und Süßkartoffel

Die ersten Karotten waren nicht orange, sondern violett. Heute färbt ihr Saft Gummies. Was färbende Lebensmittel sind und wie sie benannt werden.


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Süßkartoffeln mit rötlicher Schale auf einem Haufen

Die Karotten, die vor rund tausend Jahren im Gebiet des heutigen Afghanistan und Iran angebaut wurden, waren violett oder gelb. Die orange Karotte, die heute üblich ist, setzte sich erst viel später durch, vor allem in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts. Die violette Karotte ist aber nicht verschwunden. Ihr Saft färbt heute Fruchtgummis.

Farbstoff oder färbendes Lebensmittel?

Ein Farbstoff im rechtlichen Sinn ist ein Zusatzstoff mit E-Nummer. Er wird entweder synthetisch hergestellt oder gezielt aus einem Rohstoff herausgelöst, sodass vor allem der färbende Stoff übrig bleibt. Ein färbendes Lebensmittel ist dagegen ein Lebensmittel, das wegen seiner Farbe eingesetzt wird: ein Saftkonzentrat, ein Pulver aus getrocknetem Gemüse. Es behält die übrigen Bestandteile und hat keine E-Nummer.

Was die Farben macht

Hinter den Farben stecken wenige Stoffgruppen. Violette Karotten, violette Süßkartoffeln und Schwarze Johannisbeeren enthalten Anthocyane. Rote Bete verdankt ihr Rot dem Betanin. Das Blaugrün der Spirulina stammt vom Phycocyanin, das Gelb der Kurkuma vom Curcumin. Mehr zur gelben Wurzel steht im Artikel Kurkuma.

Aufgeschnittene Rote Bete mit tiefroten Ringen

Warum die Farbe wechseln kann

Anthocyane reagieren auf Säure. In saurer Umgebung sind sie rot, in neutraler violett, in basischer blau bis grünlich. Wer Rotkohl kocht und Essig hinzugibt, sieht den Effekt. In Fruchtgummis, die mit Zitronensäure gesäuert sind, zeigen violette Karottensäfte deshalb oft ein kräftiges Rot bis Purpur.

Wie es auf dem Etikett steht

Die Bezeichnungen sind nicht einheitlich. Auf Etiketten bei BIOMPLEX steht zum Beispiel:

Wie synthetische Farbstoffe gekennzeichnet werden, erklärt der Artikel Azofarbstoffe.

Die violette Karotte hat also einen Umweg genommen: vom Gemüsegarten in Zentralasien über tausend Jahre Züchtung bis in die Gelmasse eines Fruchtgummis.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.