Lavendel: Lavandula angustifolia aus dem Süden
Im Juli färben sich die Hochebenen der Provence violett. Was Echter Lavendel botanisch ist, was seinen Duft ausmacht und wie er auf dem Etikett steht.
Im Juli färben sich die Hochebenen der Provence violett. Auf dem Plateau von Valensole ziehen sich die Lavendelreihen bis zum Horizont, und die Luft riecht nach Harz, Heu und Blüten. Geerntet wird, wenn die Ähren gerade voll aufgeblüht sind. Hier steht, was Lavendel botanisch ist und wie er auf dem Etikett erscheint.
Ein Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum
Der Echte Lavendel, botanisch Lavandula angustifolia, ist ein Halbstrauch aus der Familie der Lippenblütler. Der Beiname angustifolia heißt schmalblättrig. Wild wächst er an trockenen, sonnigen Hängen im westlichen Mittelmeerraum, oft auf kargem Kalkboden in größerer Höhe. Seine schmalen, graugrünen Blätter und die violetten Blütenähren duften beide, die Blüten aber am stärksten.
Ein Name vom Waschen
Der Name wird meist auf das lateinische lavare zurückgeführt, waschen. Schon in der Antike gab man Lavendel ins Badewasser und legte ihn zwischen die Wäsche. Diese Tradition hielt sich lange: Lavendelsäckchen im Kleiderschrank kennen viele noch heute. In den Klostergärten nördlich der Alpen wurde Lavendel seit dem Mittelalter gezogen.

Echter Lavendel und Lavandin
Ein großer Teil der violetten Felder in der Provence ist gar kein Echter Lavendel, sondern Lavandin, eine Kreuzung aus Echtem Lavendel und Speik-Lavendel. Lavandin wächst kräftiger, wird höher und liefert mehr ätherisches Öl, das aber herber riecht. Für den Echten Lavendel steht auf dem Etikett deshalb der botanische Name Lavandula angustifolia.
Was den Duft macht
Der Duft sitzt im ätherischen Öl der Blüten. Seine Hauptbestandteile sind Linalool und Linalylacetat. Linalool kommt auch in Koriander und vielen Blüten vor, Linalylacetat gibt dem Lavendel seine fruchtige, weiche Note. Das Öl wird durch Wasserdampfdestillation gewonnen; für Nahrungsergänzungsmittel werden dagegen meist die getrockneten Blüten oder ein Extrakt daraus verwendet.
Blüte, Pulver, Extrakt
Auf dem Etikett erscheint Lavendel in zwei Formen. Als Extrakt nennt die Tabelle die Menge des Extrakts und, wie viel Blüte dafür eingesetzt wurde. Als Pflanze steht er mit seinem botanischen Namen in der Zutatenliste, die Menge in der Tabelle bezieht sich dann auf die Pflanze selbst. Wie Du beides auseinanderhältst, erklärt der Artikel Pflanzenextrakte lesen.
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Kurz zusammengefasst
Echter Lavendel ist ein Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum, dessen Duft vor allem von Linalool und Linalylacetat kommt. Vom kräftigeren Lavandin unterscheidet ihn der botanische Name Lavandula angustifolia. Auf dem Etikett steht er als Blütenextrakt mit Angabe der Blütenmenge oder als Pflanze mit eigener Menge.
Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.