Ballaststoffreiche Lebensmittel: 30 Gramm am Tag, so geht’s

Chiasamen, Leinsamen, Bohnen, Linsen, Haferflocken, Vollkornbrot: wie viel Ballaststoffe in einer Portion stecken und wie 30 Gramm zusammenkommen.


Aktualisiert am 2 Min. Lesezeit

Eine Schale Haferbrei mit Heidelbeeren, Bananenscheiben und Chiasamen

In der Nährwerttabelle einer Packung Haferflocken steht unter Kohlenhydraten und Zucker eine weitere Zeile: Ballaststoffe. Sie ist freiwillig, und viele Hersteller lassen sie weg. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt Erwachsenen mindestens 30 g Ballaststoffe am Tag. Laut Nationaler Verzehrsstudie II lag die durchschnittliche Zufuhr bei 18 g bei Frauen und 19 g bei Männern.

Ballaststoffe je 100 g und je Portion

Lebensmittel je 100 g Portion je Portion
Kidneybohnen, getrocknet 25 g 60 g, ungekocht 15 g
Weiße Bohnen, getrocknet 23 g 60 g, ungekocht 14 g
Grünkohl, roh 8,4 g 150 g 13 g
Linsen, getrocknet 18 g 60 g, ungekocht 11 g
Kichererbsen, getrocknet 16 g 60 g, ungekocht 9,3 g
Erbsen, grün 5 g 150 g 7,5 g
Chiasamen 40 g 1 EL, 15 g 6 g
Haferflocken 11 g Müsliportion, 50 g 5,5 g
Roggenvollkornbrot 9,6 g 1 Scheibe, 50 g 4,8 g
Weizenkleie 43 g 2 EL, 10 g 4,3 g
Avocado 4,1 g ½ Frucht, 75 g 3,1 g
Mandeln 10 g Handvoll, 30 g 3 g
Kartoffel, roh 1,4 g 200 g 2,8 g
Leinsamen 23 g 1 EL, 10 g 2,3 g

Ein in Scheiben geschnittenes Vollkornbrot auf einem Holzbrett

Ein Tag mit 30 Gramm

Zusammengerechnet aus der Tabelle, ohne Sonderprodukte:

  • Frühstück – 50 g Haferflocken mit 1 EL Leinsamen: 7,8 g.
  • Mittag – Linsengericht aus 60 g trockenen Linsen: 11 g.
  • Abend – zwei Scheiben Roggenvollkornbrot: 9,6 g.
  • Zwischendurch – eine Handvoll Mandeln: 3 g.

Zusammen sind das rund 31 g, Obst und Gemüse noch nicht mitgezählt. Der größte Hebel ist der Wechsel von Weißmehl zu Vollkorn und eine Portion Hülsenfrüchte am Tag.

Löslich und unlöslich

Ballaststoffe sind Bestandteile von Pflanzen, die im Dünndarm nicht abgebaut werden. Unlösliche Ballaststoffe wie Cellulose aus Kleie und Schalen binden Wasser und geben Volumen. Lösliche wie Beta-Glucan aus Hafer, Pektin aus Äpfeln oder die Schleimstoffe aus Leinsamen und Chia quellen zu einem Gel. Viele Lebensmittel enthalten beides. Wer mehr Ballaststoffe isst, sollte auch mehr trinken, sonst fehlt das Wasser zum Quellen, und langsam steigern hilft dem Bauch beim Gewöhnen.

Was auf dem Etikett von Nahrungsergänzungsmitteln steht

Einige Zutaten in Nahrungsergänzungsmitteln sind selbst Ballaststoffe, etwa Inulin, Akazienfaser oder Flohsamenschalen. Wie sie gewonnen werden, erklären die verlinkten Artikel.

Passende Rezepte: Overnight Oats mit Chia und Leinsamen und Chili sin Carne mit Kidneybohnen.

Werte je 100 g: Max Rubner-Institut (2025): Bundeslebensmittelschlüssel (BLS), Version 4.0, Deutsche Nährstoffdatenbank, Karlsruhe, DOI 10.25826/Data20251217-134202-0, Lizenz CC BY 4.0. Portionswerte daraus berechnet und gerundet.

Richtwert und Zufuhr: Deutsche Gesellschaft für Ernährung, FAQ Ballaststoffe (2021), mit Bezug auf die Nationale Verzehrsstudie II.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.