Glucosamin und Chondroitin: Zucker mit Stickstoff

Glucosaminsulfat 2 KCl aus Krebstieren, Chondroitinsulfat vom Rind: Was diese Stoffe chemisch sind, woher sie stammen und was das Etikett verrät.


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Krabbe am Sandstrand, im Hintergrund das Meer

Auf den Glucosamin Kapseln steht „Glucosaminsulfat 2 KCl (Krebstiere) (85,3 %)“, auf den Chondroitin Kapseln „Chondroitinsulfat (Rind)“. Zwei Zutaten, zwei Tiere, eine chemische Familie. Hier steht, was Glucosamin und Chondroitin sind und wie Du ihre Angaben auf dem Etikett liest.

Glucosamin, ein Zucker mit Stickstoff

Glucosamin ist ein Aminozucker: ein Traubenzucker-Molekül, bei dem eine OH-Gruppe durch eine Aminogruppe ersetzt ist. Der Name verrät es: Glucose plus Amin. Zum ersten Mal hergestellt hat es 1876 der Chemiker Georg Ledderhose, indem er Chitin aus Hummerschalen mit Säure zerlegte.

Aus Schalen von Krebstieren

Chitin ist der Baustoff, aus dem die Panzer von Krebsen, Garnelen und Insekten bestehen, eine lange Kette aus Glucosamin-Bausteinen mit Acetylgruppen. Bis heute ist es die wichtigste Quelle: Schalen von Krebstieren werden gereinigt, das Chitin wird mit Säure in einzelne Glucosamin-Moleküle zerlegt. Deshalb steht auf dem Etikett „(Krebstiere)“. Krebstiere gehören zu den 14 Hauptallergenen und werden in der Zutatenliste hervorgehoben.

Was „Sulfat 2 KCl“ bedeutet

Reines Glucosamin ist wenig stabil. Als Salz der Schwefelsäure, als Glucosaminsulfat, lässt es sich besser verarbeiten. Doch auch dieses Salz zieht Feuchtigkeit an. Mit Kaliumchlorid, chemisch KCl, bildet es ein stabiles Doppelsalz. Das „2 KCl“ gibt das Verhältnis an. In der Nährwerttabelle steht dagegen „Glucosamin 1.500 mg“, also der Stoff, um den es geht, nicht der Name der Verbindung. Das Prinzip kennst Du aus dem Artikel Mineralstoffe und ihre Verbindungen.

Kleine orangefarbene Garnele auf hellem Sand

Chondroitin, eine Kette mit Ladung

Chondroitin ist ein Glykosaminoglykan, eine lange Kette aus zwei abwechselnden Zuckerbausteinen: Glucuronsäure und N-Acetylgalactosamin. Viele dieser Bausteine tragen eine Sulfatgruppe, daher der Name Chondroitinsulfat. Die Ladungen entlang der Kette ziehen Wasser an. Damit ist Chondroitin ein naher Verwandter der Hyaluronsäure, die aus ähnlichen Bausteinen besteht, aber keine Sulfatgruppen trägt.

Der Name kommt vom griechischen chondros, Knorpel, aus dem der Stoff zuerst gewonnen wurde. Bis heute ist Knorpel die Quelle, etwa vom Rind, wie auf den Chondroitin Kapseln angegeben.

Was auf dem Etikett steht

  • Verbindung – Glucosaminsulfat oder Chondroitinsulfat, oft mit Zusatz wie „2 KCl“.
  • Herkunft – Krebstiere, Rind oder eine andere Quelle in Klammern.
  • Menge – Glucosamin oder Chondroitin in Milligramm je Tagesportion, ohne Referenzwert.

Glucosamin und Chondroitin bei BIOMPLEX

Was die Kapseln sonst enthalten, zeigen die Artikel Kapselhüllen und Füllstoffe und Trennmittel.

Kurz zusammengefasst

Glucosamin ist ein Traubenzucker mit Aminogruppe und stammt meist aus den Schalen von Krebstieren. Chondroitin ist eine lange, geladene Zuckerkette aus Knorpel, verwandt mit der Hyaluronsäure. Auf dem Etikett stehen die Verbindung, die Herkunft in Klammern und in der Tabelle die Menge in Milligramm.

Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.