Kreatin Monohydrat: Chemie, Herkunft und Etikett

Kreatin ist kein Eiweißbaustein, sondern ein Abkömmling von drei Aminosäuren. Was „Monohydrat“ bedeutet und welche Zahl auf dem Etikett zählt.


Aktualisiert am 3 Min. Lesezeit

Messlöffel mit weißem, feinem Pulver, umgeben von losem Pulver

Kreatin hat die Summenformel C₄H₉N₃O₂. Chemisch ist es eine Guanidinoverbindung, verwandt mit den Aminosäuren, aber selbst kein Baustein von Eiweißen. In Nahrungsergänzung steht es fast immer als Kreatin Monohydrat auf dem Etikett. Hier steht, was dieser Zusatz bedeutet, woher der Stoff kommt und welche Zahl beim Vergleichen zählt.

Ein Molekül aus drei Aminosäuren

Der Körper bildet Kreatin selbst, vor allem in Leber und Nieren. Die Ausgangsstoffe sind drei Aminosäuren: Arginin, Glycin und Methionin. Rund 95 % des Kreatins im Körper liegen in der Skelettmuskulatur, ein Teil davon als Kreatinphosphat. Das Abbauprodukt heißt Kreatinin.

Mit der Nahrung kommt Kreatin vor allem über Fleisch und Fisch hinzu. Pflanzliche Lebensmittel enthalten praktisch keines.

Was „Monohydrat“ bedeutet

Ein Hydrat ist eine Verbindung, in die Wassermoleküle fest eingebaut sind. Kreatin Monohydrat enthält auf jedes Kreatinmolekül genau ein Wassermolekül, die Formel lautet C₄H₉N₃O₂ · H₂O. Diese Form kristallisiert gut, ist lagerstabil und lässt sich als feines Pulver verarbeiten.

Weil das Wasser mitwiegt, ist nicht das ganze Pulver Kreatin. Rund 88 % der Masse entfallen auf das Kreatin selbst, der Rest auf das gebundene Wasser.

Daneben gibt es weitere Formen, etwa Kreatin-Hydrochlorid oder Kreatinethylester. In allen Produkten des Sortiments steckt ausschließlich das Monohydrat.

Wenn das Etikett „davon Kreatin“ sagt

Deshalb nennen manche Etiketten zwei Mengen. Bei den Kreatin Monohydrat Tabletten stehen 4.500 mg Kreatinmonohydrat in der Tabelle, darunter „davon Kreatin 3.960 mg“. Vergleichbar ist zwischen Produkten nur die zweite Angabe, Gramm Kreatin je Tagesportion. Nennt ein Etikett nur das Monohydrat, ist die Kreatinmenge entsprechend kleiner.

Vom Labor statt vom Schlachthof

Kreatin Monohydrat für Nahrungsergänzung wird heute in der Regel chemisch hergestellt, aus Sarkosin und Cyanamid. Fleisch ist dafür nicht nötig. Das Ergebnis ist ein weißes, geruchloses Pulver, das sich in Wasser nur mäßig löst. Wer es einrührt, sieht deshalb oft einen feinen Bodensatz.

Kein Referenzwert

Kreatin ist weder Vitamin noch Mineralstoff. Einen Referenzwert gibt es nicht, in der Tabelle steht neben der Menge deshalb nur ein Strich.

Von Chevreul bis Liebig

1832 fand der französische Chemiker Michel Eugène Chevreul einen neuen Stoff in Fleischbrühe. Er nannte ihn nach dem griechischen Wort kréas, Fleisch. 1847 zeigte Justus von Liebig, dass Kreatin im Muskelfleisch vieler Tierarten vorkommt.

Was zu Kreatin zugelassen ist

Für Kreatin ist eine Angabe zugelassen:*

  • Kreatin erhöht die körperliche Leistung bei Schnellkrafttraining im Rahmen kurzzeitiger intensiver körperlicher Betätigung.

Die positive Wirkung stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 3 g Kreatin ein. Ein Produkt darf die Angabe nur tragen, wenn seine Tagesportion diese Menge liefert.

Die Zeilen der Kreatin-Tabelle

  • Verbindung – Kreatin Monohydrat in der Zutatenliste.
  • Kreatin – die Menge des Stoffs selbst, oft als „davon Kreatin“.
  • Bezug – Gramm Pulver, Anzahl Tabletten oder Gummies je Tagesportion.

Steckt Kreatin in mehreren Produkten, die Du nimmst, zählen die Mengen zusammen.

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Je Tagesportion:

Warum die Gummies Süßungsmittel brauchen, erklärt der Artikel Süßungsmittel und Zuckeralkohole; was hinter Ponceau 4R steht, der Artikel Aromen und Farbstoffe.

Alle Produkte mit Kreatin ›

Kurz zusammengefasst

Kreatin ist ein kleines Molekül aus drei Aminosäuren, benannt nach dem Fleisch, in dem es zuerst gefunden wurde. Als Monohydrat trägt es ein Wassermolekül mit sich, deshalb nennen gute Etiketten beide Mengen. Wer auf „davon Kreatin“ schaut, vergleicht Pulver, Tabletten und Gummies auf derselben Grundlage. Wie Kreatin zu den Aminosäuren steht, zeigt der Artikel Aminosäuren.

* Zugelassene Angaben gemäß Verordnung (EU) Nr. 432/2012. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.